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Aus dem Alltag einer Ärztin in Weiterbildung

Meine Weiterbildungszeit in der Allgemeinmedizin – Teil II

Und es war Sommer in der Hausarztpraxis

Endlich war es da, das Sommerloch: die Patientenzahl hat sich im Vergleich zum 1. Quartal deutlich reduziert, so dass ich mehr Zeit zum Nachdenken, Nachlesen und auch zum Quatschen mit den Kolleginnen und MFAs hatte.
Und die Sommerpatienten sind auch ganz andere Fälle, obwohl es doch die gleichen Menschen sind. Gefehlt haben die Patienten mit nicht akuten und nicht gravierenden Erkrankungen, sie haben das Sommerloch ausgemacht und vermutlich selber den Sommer genossen…
Im Großen und Ganzen könnte ich die „SOMMER-Patienten“ grob in drei Gruppen einteilen:

  1. Klassische SOMMER-Probleme:
    Sonnenbrand, Sonnenstich, Zecken, entzündete Insektenstiche
    und dann natürlich SOMMER-Knie mit Schürfwunden aller Ausmaße und ein paar Schnittwunden an den Füßen (Glasflaschen sind im Schwimmbad also zu Recht verboten).
  2.  Routine: Checks und DMPs wie immer
  3.  Ein paar Patienten mit gravierenden und akuten Problemen!

Genau für diese Patienten war im Sommer mehr Zeit zum Nachdenken, Untersuchen, nochmal Nachdenken und Nachfragen, so dass ich die Versorgung dieser Patienten als extrem positiv empfunden habe.

Sommer, Sonne, Urlaub: das führt mich zu einem anderen Thema, welches mich immer wieder neu beschäftigt: DocHoliday!
Was ist angemessen beim Krankschreiben? Wieviel Zeit benötigt man zum Gesundwerden? Wie unterscheide ich zwischen akuter (und auch chronischer) Arbeitsunlust und Krankheit?

Zuerst bin ich dem Wohl des Patienten verpflichtet, aber irgendwie auch der Allgemeinheit.
Ich versuche, mir selber Regeln aufzustellen:
2 Tage bei Magen-Darm, 3 Tage bei Infekt der oberen Atemwege, 3 Tage bei Lumbago: "Kommen Sie doch bitte wieder, wenn es nicht besser geht."

Aber was ist mit den Menschen, die schwer körperlich arbeiten? Vielleicht draußen bei großer Hitze oder Regen? Meine 3-Tage-Regel kippelt.
Die 3-Tage-Regel stellt mich auch vor das Dienstagsproblem: Entgeisterte Blicke: "Ich soll den Freitag wieder arbeiten?!"
Ich übe mich darin, die enttäuschten Erwartungen der Patienten auszuhalten, bin da aber nicht konsequent: Bin ich selber erschöpft und müde, dann habe ich keine Lust, mich dem Konflikt zu stellen und knicke ein. Habe ich mich heute schon geärgert und „missbraucht“ gefühlt, werde ich strenger.-

Nun wird es Herbst und es stehen einige Fortbildungen in meinem Kalender, die mich hoffentlich weiter bringen! Vielleicht sehen wir uns?

(Verfasserin ist der Redaktion bekannt.)

Meine Weiterbildungszeit in der Allgemeinmedizin – Teil I

Lesen Sie mehr!


Ein Artikel aus dem Ärzteblatt:

Ab Anfang 2018 werden die Angebote der sogenannten Kompetenzzentren Weiterbildung nahezu flächendeckend zur Verfügung stehen. Darauf hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hingewiesen. 

Die Zentren bieten überregionale Angebote für eine bessere Weiterbildung an, zum Beispiel Begleitseminare und Mentoring-Programme für Ärzte in der Weiterbildung sowie Train-the-Trainer-Fortbildungen für Weiterbilder. In den vergangenen Monaten sind auf der Basis des § 75 a des fünften Sozialgesetzbuches in 13 Kassenärztlichen Vereinigungsbezirken (KV-Bezirken) solche Zentren entstanden.

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Begleitseminare für Ärzte in Weiterbildung

11. Göttinger Tag der Allgemeinmedizin (TdA) zusammen mit HZV-Kompaktkurs*

Dieses Jahr zusammen mit einem HZV-Kompaktkurs unseres Kooperationspartners, dem Hausärzteverband (23.11. ab 14:30 h und 24.11.)
Eine Reihe von Workshops sind besonders für ÄiW geeignet , z.B.:
- 'Ehrlich gutes Geld verdienen' aus dem Werkzeugkasten Niederlassung
- Update Antibiotika
- Medikamente in Schwangeschaft und Stillzeit
- STI - Übertragungswege und Prävention
- Know How Sozialmedizin

23.11. - 24.11.2018 in Göttingen
Train the Trainer-Seminare für Weiterbilder